Die Zukunft des Segelsports

Ein Interview mit Jochen Schümann in der Süddeutschen Zeitung vom 15.03.2008 gibt einen aufschlussreichen Einblick in den aktuellen Streit im America´s Cup der Segler. Seit Monaten streiten sich der Titelverteidiger Alinghi und das Team BMW/Oracle um die Zukunft des Cups vor Gericht.

Die Statements von Jochen Schühmann, dem ehemaligen deutschen Sportdirektor vom Team Alinghi, geben einen tiefen Einblick in die verfahrene Situation aus der Sicht von Betroffenen. Sie machen deutlich wie ein unsystematischer Umgang mit dem Konflikt und dessen Delegation an externe Gerichte zu einer lose-lose Situation führen.

  • “Wenn man erstmal vor Gericht ist, dann ist sämtliche Logik beendet …”
  • “Wenn zwei sich streiten, haben immer beide Schuld …”
  • “Es ist also ein Kampf großer Egos, und man darf nicht erwarten, dass dieser sich von selber löst. Deshalb muss es eine klare Gerichtsentscheidung geben, wonach es nicht aussieht …”

Die Konsequenzen dieses Konflikts reichen weit über die zerstrittenen Eigner hinaus. Der geplante Wettbewerb 2009 fällt aus. Das Image und der Wert des America´s Cup haben enorm gelitten. Sponsoren springen ab. Teams Dritter werden wegen den Unsicherheiten aufgelöst. Die Entwicklungen von innovativem Material wird abgebrochen. Investitionen gehen verloren. Aufgebaute Teamkompetenzen verpuffen.

“Denn Zeit ist das Gut, das man nicht kaufen kann” so Schühmann. Der Einkauf einer professionellen Konfliktberatung wäre eine Chance gewesen, kostbare Zeit sinnvoll zu nutzen, die Risiken zu vermeiden und nach Vorteilen für alle zu suchen.

Für die Beteiligten an einer eskalierten Auseinandersetzung ist dies jedoch oft eine viel zu große Hürde. Das weitere Vorgehen wird als unbeeinflussbar angesehen, es besteht kein Vertrauen zu unbekannten Beratern mit einem noch unbekannteren Angebot, das Bedürfnis die Verantwortung an Richter und Anwälte abzuschieben ist enorm hoch.

Es wäre vermessen, zu behaupten, dass wir eine Lösung aus der Tasche hätten zaubern können. Wichtig ist an diesem Fall ist, zu erkennen, welche enorme Eigendynamik Konflikte entwickeln können. Je länger man diese unkontrolliert laufen lässt und mehr Eigenverantwortung abgegeben wird, umso größer sind die Kosten und unkalkulierbarer werden die Risiken.

Die Zeit, sich mit einem externen und nicht involvierten Externen, über die eigenen Ziele, Vorbehalte und Erwartungen auszutauschen, ist eine zusätzliche Chance. Der Lohn ist mehr Entscheidungsfreiheit, ein besserer Überblick über die passenden Handlungsmöglichkeiten und mehr Gewissheit über das was man eigentlich erreichen möchte.

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