Mediation kommt zum Einsatz bei Konflikten und Auseinandersetzungen …
- zwischen Spielern, Trainern, Vereinsvertretern und anderen Funktionsträgern
- zwischen und innerhalb von Abteilungen, Vereinen, Verbänden und Unternehmen
- zwischen Vereinen, Verbänden, Vermarktern und Sponsoren
- zwischen Interessensgruppen bei Großveranstaltungen (EM, WM, etc.)
- bei Planung, Bau und Betrieb von Sportstätten
- bei der Verteilung von Einnahmen, Fördermitteln, Lizenzen oder Risiken zwischen den Betroffenen
- innerhalb und zwischen Mannschaften mit Spielern und anderen Beteiligten unterschiedlicher Nationalitäten
Die Dauer der Mediation bestimmt sich nach …
- der Komplexität des Konfliktes und des Streitgegenstandes
- der zeitlichen Verfügbarkeit der Beteiligten
Ein Mediationsverfahren kann innerhalb einer Sitzung abgeschlossen werden; häufig sind mehrere Verhandlungstermine notwendig und sinnvoll. Der Mediator berechnet sein Honorar ausschließlich nach Zeitaufwand.
1. Vorbereitung und Eröffnung
Wenn eine Partei die Mediation initiiert, wird geprüft, welche anderen Parteien an dem Konflikt beteiligt sind. Diese werden zu einem ersten Gespräch eingeladen, in dem das Verfahren vorgestellt, die Bereitschaft zur Mitarbeit und die Rahmenbedingungen abklärt werden.
2. Bestandsaufnahme
Die beteiligten Parteien benennen die regelungsbedürftigen Themen.
3. Interessenklärung
Die Interessen, Beweggründe und Motive, die hinter den Positionen der Konfliktparteien stehen, werden herausgearbeitet. Die verhärteten Fronten kommen dadurch in Bewegung.
4. Kreative Lösungssuche
Lösungsideen werden entwickelt und im Hinblick auf ihre wirtschaftliche und praktische Umsetzbarkeit überprüft.
5. Abschlussvereinbarung und Umsetzung
Die gefundene Lösung wird einer rechtlichen Prüfung unterzogen und anschließend rechtsverbindlich festgehalten. Der Mediator kann auf Wunsch die Umsetzung der Vereinbarung begleiten.
Mediation ist ein Konfliktregelungsverfahren, bei dem die Parteien starre Positionen und verhärtete Fronten überwinden. Die …
- führt zu einer konstruktiven und tragfähigen Lösung, die die Interessen und Bedürfnisse der Konfliktpartner berücksichtigt
- bietet Vertraulichkeit des Verfahrens
- ist sofort einsetzbar und unbürokratisch
- vermeidet eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Risiko zu unterliegen
- bietet die Chance, gute Beziehungen zwischen Ihnen und Ihrem Konfliktpartner aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen
- spart Kosten und Zeit gegenüber einem gerichtlichen Verfahren
- erreicht eine hohe Erfolgsquote (in ca. 80% aller Fälle wird eine verbindliche Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien getroffen)
- macht bei Konflikten mit internationalem Bezug schwierige rechtliche und inhaltliche Recherchen und Verfahren entbehrlich
Mediation ist eine außergerichtliche Form der Konfliktbearbeitung.
Ziel ist es, in einem Konflikt eine für alle Seiten vorteilhafte und zukunftsorientierte Regelung zu finden. Als speziell ausgebildete Vermittlungsperson unterstützt der Mediator/die Mediatorin die Parteien bei der Entwicklung dieser Lösung. Sie leitet die Klärungsgespräche neutral und im Interesse aller Konfliktparteien. Inhaltlich trifft sie keine Entscheidungen. Eine Mediation wird mit einer schriftlichen und verbindlichen Vereinbarung abgeschlossen.
Als freiwilliges, vertrauliches und strukturiertes Verfahren zur Konfliktlösung bietet die Mediation speziell für den Sport viele Vorteile. Die Vorbildfunktion des Sports, sein Image und das öffentliche Interesse sowie die finanziellen Belange erfordern meist einen raschen, konstruktiven und partnerschaftlichen Umgang mit Konflikten.
Die Interessen der am Sport beteiligten Personen (Sportler, Trainer, Manager etc.), Organisationen (Vereine, Verbände etc.) und Unternehmen (Sponsoren, Ausrüster etc.) sind meist sehr unterschiedlich. Das führt zwangsläufig zu Konflikten, die mitunter eskalieren. Im Rahmen einer Mediation können der Eigenanspruch des Sports - Fairness, Objektivität und Chancengleichheit – und wirtschaftliche Interessen in Einklang gebracht werden.
Konflikt als Kick?! - Workshop und Coaching für Bundestrainer
Veranstalter: Trainerakademine Köln
Termin: 25.02. - 26.02.2008 in Köln
Anmeldung unter www.trainerakademie-koeln.de unter der Rubrik “Fortbildung” - “Bundestrainer”
Konflikte gehören zum Alltag von Trainern auf allen Leistungsebenen, in Einzel- und Mannschaftssportarten, im Training und Wettkampf. Auch wenn erfolgreiche Trainer über einen reichen Erfahrungsschatz verfügen, bleiben viele Konflikte unbearbeitet. Diese ungeklärten Konflikte sind für alle Beteiligten enorm belastend, gefährden den sportlichen Erfolg und können den Ruf des Trainers beschädigen.
Unzufriedene Sportler rufen ihre Leistungsfähigkeit nicht ab, Machtkämpfe gefährden den Zusammenhalt in Mannschaften, Auseinandersetzungen mit Sponsoren, Eltern oder Sportlerberater blockieren wichtige Entscheidungen.
Dass Konflikte auch wertvolle Chancen für wichtige Entscheidungen und in schwierigen Verhandlungen bieten, ist Inhalt des Workshops.
Warum dieser Workshop für Sie hilfreich ist:
- Sie erfahren, wie Konflikte entstehen.
- Sie entschärfen schwierige Gesprächssituationen und lernen Wege kennen, um Konflikte strukturiert zu klären.
- Sie erzielen in konfliktbelasteten Verhandlungen bessere Ergebnisse.
- Sie üben anhand von Praxisbeispielen welche Methoden sich eignen und entwickeln Ihre Kommunikations- und Konfliktkompetenz weiter.
- Sie tauschen sich mit anderen Trainern und der Workshopleitung über Ihre Erfahrungen aus.
- Sie haben die Möglichkeit mit den Workshopleitern aktuell bestehende Konflikte zu besprechen und Strategien zur Klärung zu entwickeln.
Workshopleitung
Dr. Joachim Simen ist Wirtschaftsmediator. Er berät und qualifiziert Unternehmen und Führungsverantwortliche im Konfliktmanagement und der Führung von Verhandlungen. Im Workshop fließen seine Erfahrungen aus der Wirtschaftsmediation und sein Hintergrund als Sportwissenschaftler, Leistungssportler und Trainerausbilder zusammen.
Dr. Hansjörg Schwartz ist Psychologe und Organisationsberater. Als einer der renommiertesten und erfahrensten Mediatoren im europäischen Raum ist er als ehemaliger Basketballspieler und Trainer eng mit dem Leistungssport verbunden.
Anfang März 2007 hatte ich die Gelegenheit gemeinsam mit Sportstudierenden an der Universtät Kassel das Thema Konfliktlösung und Mediation zu bearbeiten. Im 3-tägigen Blockseminar standen folgende Themen im Vordergrund:
1. Ursprung von Konflikten kennen lernen und der Vergleich der Lösungsansätze zwischen Entscheiden und Vermitteln
2. Das eigene Konfliktverhalten und dessen Chancen und Riskien erkennen
3. Methoden zum Umgang mit Konfikten kennen lernen und üben
Im Rahmen des Seminars wurde mir deutlich wie wichtig die Behandlung dieses Themas für angehende Lehrer insbesondere Sportlehrer ist. Gerade dem Sportunterricht wird ja eine besondere Rolle bei der Vermittlung von Werten und sozialem Handeln zugesprochen. Ob und wie dies erreicht werden kann, wird besonders in den schwierigen Situationen im Unterricht deutlich. Wie verhält er sich selbst in Konfliktsituationen? Wie strukturiert und souverän reagiert der Lehrer? Wie kann gerade der Sport ein Feld für kooperative Konfliktklärungen sein?
Meine Erkenntnis ist, dass man diese Fragen nur zu einem geringen Teil durch Input von Information und Wissen beantworten kann. Viel hilfreicher ist das Erleben der eigenen Person, das direkte Kennenlernen der Sichtweisen anderer und das Ausprobieren von Verhaltensmustern im geschützen Rahmen (z.B. Rollenspielen).
Ich bin gespannt wie sich dieses Thema im Sport, Sportunterricht und in der Sportlehrerausbildung weiterentwickelt. Wer hat bereits eigene Erfahrungen gesammelt, Meinungen und Hinweise rund um dieses Thema? Jeder Hinweis ist für mich wertvoll.